Vom Smart-up-Programm zur AG
2019 entwickelte das Start-up, das im Smart-up-Programm der HSLU begleitet und vernetzt worden war, ein Online-Tool. Damit kann ein Solaranlagebesitzer, der mit seinen Nachbarinnen und Nachbarn einen Zusammenschluss für den Eigenverbrauch (ZEV) gebildet hat, mit ein paar Klicks eine übersichtliche Stromrechnung für alle erstellen. Auch Heiz- und Wasserkosten sowie Ladestationen für Elektrofahrzeuge können mit zevvy abgerechnet werden.
Die Innovation wurde bald mit zwei Awards belohnt. Mit den damit verbundenen Preisgeldern konnte die junge Firma ihre ersten Vollzeitstellen schaffen. 2021 folgte die Umwandlung der GmbH in eine Aktiengesellschaft mit Mitarbeiterbeteiligung. «Wir wollten, dass die Mitarbeitenden auch am Erfolg beteiligt sind», sagt Cyrill Burch. Nebst dem CEO sind auch zwei weitere Mitgründer, Fabian Jacobs und Manfred Meintjes, noch immer mit dabei.
Bis sich jedoch der finanzielle Erfolg einstellte, mussten er und seine Mitstreiter sich aber noch etwas gedulden. «Bis Ende 2024 gab es noch viel in die Technologie zu investieren», so Burch. Besonders herausfordern und zeitintensiv sei es auch gewesen, Investoren von ihrem Produkt zu überzeugen. Rückblickend habe es aber diese Jahre gebraucht, um die Technologie reifen zu lassen. Oder mit den Worten von Mitgründer Leo Felber: «Bei Software ist es oft wie bei Gras – es wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.»
Zevvy wird White Label
Ein erster grosser Erfolg war, als sie «enpuls», eine Tochterfirma des Energiewerks des Kanton Zürichs (EKZ) überzeugen konnte, zevvy zu nutzen. Ein weiterer Meilenstein folgte im Dezember 2025: eine Partnerschaft mit dem Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz). Statt auf ein eigenes geschlossenes System zu setzen, nutzt die ewz heute für die Abrechnung von Solarstrom und Ladestationen die unabhängige, offene Plattform von zevvy. «Damit erhielten wir auf einen »Chlapf» ein grosses Portfolio in der ganzen Schweiz und sind definitiv ein sogenanntes White-Label-Produkt geworden», freut sich Cyrill Burch.
Das bedeutet, dass die ewz die Software unter ihrem eigenen Namen nutzt, ohne dass zevvy für die Kundinnen und Kunden sichtbar wird. Heute werden 20’000 Nutzeinheiten – darunter Wohnungen, Büros, Gewerbebetriebe – auf der zevvy-Plattform unter fremdem Logo abgerechnet. Im Frühling 2026 ist auch noch der Baselbieter Energieversorger Primeo dazugestossen. «Damit schliesst sich für uns ein Kreis», sagt CEO Burch. «Als Energiespezialist ist Primeo an der Front, berät und begleitet seine Mitglieder. Wir sind im Hintergrund tätig, können aber unsere Kundenerfahrung der ersten Jahre weitergeben.»